Wilhelm-Busch-Revue

Über die Tücken und Freuden des Alkoholgenusses von Wilhelm Busch

Revue für 2 Schauspieler. Musik von Wolfgang Welter
Mit Achim Brock und Wolfgang Welter

Wilhelm Busch ist uns allen bekannt als Schöpfer kraftvoller, zauberhafter und bissiger Bildergeschichten. Wer kennt sie nicht , diese wundervollen Geschichten, wie Max und Moritz, Die fromme Helene, Hans Huckebein, Der heilige Antonius von Padua, um nur seine bekanntesten zu nennen? Natürlich auch zu erwähnen die Gedichtsammlung: Kritik des reinen Herzens.

Darüber hinaus ist Wilhelm Busch nach Goethe und Schiller der deutsche Dichter, aus dessen Werk die meisten Zitate als geflügelte Worte in den Sprichwörtervorrat eingegangen sind:

"Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr"

"Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich´s gänzlich ungeniert"

Wilhelm Busch war ein heiter-akribisch philosophischer Betrachter menschlicher Schwächen, die ihm als Mensch nicht fremd waren. So galt er als ein Genießer und diese Liebe zum Weine findet sich in vielen Geschichten wieder. Aus all diesen Geschichten haben wir eine witzige Revue über das Trinken , das Sich-Betrinken und deren Folgen zusammengestellt. 

Pressestimmen

"Tusch für Busch", Siegener Zeitung, 8.3.2008

Düsseldorfer Theater Musentour feierte im Rahmen von LyzLit feuchtfröhlich den Dichter Wilhelm Busch.

Nur beinahe pünktlich zum 100.Todestag von Wilhelm Busch, den 9. Januar, aber bestimmt genau richtig zum Jubeljahr auf den großen deutschen Humoristen, Karikaturisten und volksphilosophischen Malerdichter luden die beiden Schauspieler Achim Brock und Wolfgang Welter ins Kleine Theater Lyz. Und die leichte Tagesverspätung war sicher der Tatsache geschuldet, das Alkohol im Spiel war: Feuchtfröhliche Verse des Meisters des genau hinschauenden Humors waren das Hauptthema – gesungen, geschrieen, und weinseelig gesäuselt, dass es eine Pracht war. Stimmig einstudierte Dramaturgie lies das Publikum teilhaben am allmählichen charmanten Besäufnis zweier Herren in Frack, Zylinder und den besten Jahren, die sich Buschs Bälle der spitzfindigen Konversation feste zuwarfen, damit nichts daneben ginge, außer gelegentlich etwas Rotwein. Das Siegener Publikum taute namentlich in der zweiten Hälfte des prallgespickten Programms richtig auf, und der anfänglich zaghafte Szenenapplaus wurde kräftig gesteigert und sogar zur Regel nach fast jeder Pointe. Die Schauspieler agierten souverän textsicher und mit Spielfreude, bot der Stoff ja –auch genug Motivation. Und man staunte, wie präsent das leckere Laster in den heiter-melancholischen Texten des gebürtigen Wiedensahlers ist. Ewig ins kollektive Gedächtnis gebrannte Reime wie „Es ist ein Brauch von Alters her: / Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“ konnte das aufmerksame Publikum mitsprechen, andere, ebenso originell formulierte Weisheiten neu kennenlernen: „Ach, ich fühl es! Keine Tugend / Ist so recht nach meinem Sinn; / Stets befind ich mich am wohlsten, / Wenn ich damit fertig bin.“ Brock und Welter stellten die liebgewordenene Busch- Typen, den Raben Hans Huckebein oder den verliebten ungeschickten Herrn Döppe nicht bloß vor, sondern ganz im überzeichnenden Sinne des Verfassers dar, wechselten eilig vo n der Rolle eines abgeklärten Philosophen zum linkisch antwortenden Examenskandidaten oder verwandelten sich in zwei lauthals deklamierende Zecher, die sich über die Frauen und das Leben und den Moment auslassen. Buschs Reime, so strophisch gegliedert und schön gereimt, verführen zur Vertonung, und nur folgerichtig wurde aus der Rezitation ein mit passender Musik unterlegter Gesang – eine Revue, die von gereimter Conference nicht unterbrochen, sondern vielmehr moderiert wurde. Melancholische Soli und schmissige Duette, deren Schlusspointe zur Maxime das ganzen Abends wurde, und guter Laune Tür und Tor öffnete: „Ist der Ruf erst ruiniert / lebt sich’s gänzlich ungeniert!“ Das Theater Musentour aus Düsseldorf brauch sich über seinen guten Ruf keine Sorgen zu machen.

Bühnenanweisung

Bbühnenmasse: Minimum ca. 4 x 3 Meter
Schwarzer Aushang erwünscht
Licht und Ton fährt eigener Techniker per Hausanlage
Tonanlage kann eventuell vom Gast gestellt werden
Keine GEMA

Wolfgang Welter